BOOK REVIEW: Frigyes Hidas. – Biography. Memories. Programme Notes.

January 8, 2018

 

Frigyes Hidas. – Biography. Memories. Programme Notes. Von László Marosi, Eeva Saarela, Reiner Hobe und József Csikota. AMICUS AUCTORIS MUSIKVERLAG, Bergatreute 2014, ISBN 978-3-945499-00-9.

 

Das vorliegende Buch über Frigyes Hidas (1928-2007) umfasst 129 Seiten. Es beginnt zunächst mit Hidas’ Biographie aus der Sicht von drei der vier Autoren, d.s. Eeva Saarela, László Marosi und József Csikota.

 

Eigentlich hat Ungarn keine große Blasmusiktradition. Jedenfalls ist sie in Fachkreisen nicht so präsent. Das scheint jedoch ein Irrtum zu sein. Dem Wissen um die ungarische Blasmusik steht womöglich die Sprachbarriere im Weg. Von einem der Mitautoren, László Marosi, liegt eine Aufnahme des Blasorchesters der Liszt-Ferenc-Akademie vor, die im Niveau so manchem westlichen Ensemble in nichts nachsteht. Umso mehr ist die vorliegende Abhandlung über Leben und Werk des ungarischen Komponisten Frigyes Hidas zu begrüßen. Sie ist dazu angetan, mit diesem Vorurteil aufzuräumen. Die Autorin und die drei Autoren – alle vier in einem persönlichen Verhältnis zum Komponisten stehend – haben mit der vorliegenden Veröffentlichung ein Werk geschaffen, das der Idee entgegentreten soll, ungarische Komponisten hätten mit blasmusikalischem Schaffen wenig am Hut. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind sie zu dieser Publikation zu beglückwünschen. Der Leser erfährt nämlich, dass Hidas sich eine Reputation über die Grenzen Ungarns hinaus aufbaute und damit der Blasmusikbewegung aus seinem Land einen Namen gab. Hidas hat sich in seinen Kompositionen hauptsächlich der Blasmusik gewidmet. Von den 189 aufgelisteten Werken sind 117 für Bläser. Als Sohn eines Chordirigenten wurde dem Absolventen der Budapester Liszt-Ferenc-Akademie sein Lebensweg bereits vorgezeichnet. Er hatte später denn auch keine Schwierigkeiten, auf die eigenen Füße stehen zu kommen. Es wird aufgezeigt, wie Hidas über das Theater und den Rundfunk zum Komponisten wurde.

 

Nach den biographischen Angaben folgt ein Abschnitt, in dem László Marosi auf seine persönlichen Beziehungen zum Komponisten eingeht und in dem er aufzeigt, dass er einen Teil der Blasmusikwerke Hidas’ zur Uraufführung brachte. Auch József Csikota vermittelt in einem kurzen Beitrag, was ihn mit Hidas verbindet. Die beiden persönlichen Stellungnahmen verleihen der Schrift eine persönliche, sympathische Note. Frigyes Hidas bezeichnete sich selbst als den wahrscheinlich letzten romantischen Komponisten. Dies geht auch aus einer Erklärung hervor, in der er sich von äußeren Einflüssen distanziert und sich selbst treu bleiben möchte. Die Klangbeispiele auf YouTube bestätigen jedenfalls Hidas’ persönlichen Standpunkt. Seine Musik klingt nicht „typisch ungarisch“. Stilistisch würde sie jedoch eher dem französischen Impressionismus als der Romantik nahestehen und würde in der Rhythmussprache vom Jazz beeinflusst worden sein.

 

In einem zweiten Teil, von Reiner Hobe zusammengestellt, folgt die Auflistung der Werke für Bläser mit Angaben zum Herausgeber, zum Jahr der Edition, bzw., im Falle eines nicht gedruckten Werks, zum Jahr der Komposition, zum Schwierigkeitsgrad und zur Audioaufnahme, wenn eine solche vorliegt. Anschließend wird jedes Werk kurz besprochen. Unter den 117 Werken für Bläser sind (Manche Werke werden in den verschiedenen Listen doppelt aufgelistet).

 

  • 36 für Blasorchester,

  • elf für Solo-Instrument/e mit Blasorchesterbegleitung,

  • 26 für Holzbläser alleine, mit Klavierbegleitung bzw. als Holzbläserensemble (z.T. mit Horn),

  • 55 für Blechbläser alleine, mit Klavier-, Orgel oder Harfenbegleitung, bzw. als Blechbläserensemble.

 

Es wird auch dargestellt, dass manche Werke von namhaften Orchestern und Dirigenten aus der Blasmusikszene aufgeführt worden sind. Hidas’ Musik zeichnet sich demnach als etwas Besonderes aus, fernab vom heute üblichen Globalisierten. Dementsprechend Blasorchester-dirigenten könnten die vorliegende Veröffentlichung als Hilfe bei der Zusammenstellung ihres Repertoires heranziehen und dabei zumindest teilweise den blasmusikalischen Mainstream umgehen.

 

Damien Sagrillo

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